The Grand Tour
Jetzt geht es auf radical auch noch um Fussball. Keine Angst, nur indirekt, mich interessiert Fussball in erster Linie als soziales Phänomen, diese Formen von Massenhysterie und deren Auswirkungen, in welcher Form sie sich ausgestalten können. Seit Jahrzehnten besuche ich Spiele auf der ganzen Welt, grosse Stadien, aber auch Provinz-Theater, es ist mir (meist) egal, wer spielt und wer dann gewinnt, aber ich liebe die Stimmung, die Choreographien des organisierten Lärms, diese oft nicht wirklich erklärbaren Liebes- und Hassbekundungen, dieses Opium fürs Volk. Vorletztes Jahr konnte ich meinen Sohn dafür begeistern, zuerst einmal Mailand, San Siro, grossartig; heuer versuchte ich es auch bei meiner Tochter. Klar, sagte sie, sehr gern – aber wir werden nicht fliegen. Ich schluckte mal kurz, denn mein Plan war: Napoli vs Chelsea, Champions League. Dann überlegte ich mir: Wir könnten ja so eine (kleine) Grand Tour machen, uns langsam annähern, über Bologna, Florenz, Rom, anständig essen allerorten, dann irgendwie zurück, mehr so übers Land. Das Transportmittel war klar, der neue Liebling, perfekt für solche Kurzstrecken. Doch dann schritt das Leben ein, der Sohn hatte noch eine Sitzung am Dienstagmorgen, musste auch am Freitagmorgen wieder auf die Arbeit; Volvo gab mir kurzfristig den ganz neuen ES90 mit auf den Weg. Also wurde aus der Grand Tour mehr so ein Quickie.
Abonnieren, um weiterzulesen
Schließe ein Abonnement ab, um Zugriff auf den Rest dieses Beitrags und weitere exklusive Inhalte für Abonnenten zu erhalten.