Rimac Nevera

von Peter Ruch

Völlig losgelöst

Schreiben wir doch mal von Geld. Dieses allein macht ja nicht unglücklich – und grosse Haufen davon ermöglichen es, schöne, schnelle Automobile zu kaufen, unter anderem. Wer nun aber das Gefühl hat, all die Ferrari, Lamborghini, Bugatti, McLaren würden in erster Linie von Menschen gekauft, die nicht nur reichlich Spaziergeld, sondern auch Freude am Fahren haben, der liegt komplett daneben. Gerade das oberste Level der Hypercars, also auch die Pagani und teilweise die Koenigsegg, werden in erster Linie als Investition gesehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man mit solch einem Gerät tatsächlich Geld verdienen konnte, war in den vergangen Jahren gross. Deshalb ist der Markt derzeit voll mit irgendwelchen Boliden, die in klimatisierten Garagen gehortet, aber nie bewegt wurden. Allerdings: Die «Spielregeln» ändern sich gerade, man kann bei noch so mancher Sonderserie (auch bei namhaften Herstellern) eine massive Preiskorrektur nach unten beobachten. Dies wahrscheinlich auch deshalb, weil es schlicht und einfach zu viele dieser Obendrüber-Fahrzeuge gibt. Und die Garagen der (zahl)reichen Investoren schon voll sind. Und deshalb wird jetzt wohl nur noch das gekauft, was sich sicher wieder gut losschlagen lässt – und da zählen nicht alle der oben genannten Marken dazu. Womit wir auch schon mitten im Problem von Rimac sind: Es besteht halt nicht wie bei einem seltenen Ferrari oder einem feinen Pagani die Sicherheit, dass die Investition in einen rein elektrischen Nevera in Zukunft noch ein paar zusätzliche Scheinchen bringt. Deshalb ist es auch irgendwie egal, dass der kroatische Stromer sowohl auf der Strasse wie auch auf der Rennstrecke jeden, aber wirklich jeden Ferrari, Lamborghini, AMG & Co. aber so richtig hässlich nass macht.

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