Es ist kompliziert…
Rom mag der Kopf sein von Italien, ein einziges Chaos, die Lombardei und Mailand sind dann die Beine, die das Land tragen, das Piemont samt Turin die Arme und Hände, die arbeiten und Gutes tun, und auch ein bisschen das Herz, das den industriellen Takt vorgibt. Doch der Bauch von Italien, das ist die Emilia-Romagna, mit Bologna, genannt «la grassa», die Fette, mit Parma und Schinken und Käse, mit Modena und seinem teuren Essig. Es dreht sich alles ums Essen in der Emilia-Romagna, immer. Man darf sich das so vorstellen. Da sitzt die Familie Maserati zu Tisch, Vater Rodolfo, ein Lokführer, seine Frau Carolina mit den sechs Söhnen Carlo, Bindo, Alfieri, Mario, Ettore und Ernesto. Es wird viel geredet, wie immer in italienischen Grossfamilien. Zwischen dem ältesten Bruder, Carlo, geboren 1881, und dem kleinen Ernesto, geboren 1898, sind es zwar 17 Jahre Unterschied, doch Liebe zur Technik treibt sie alle (ausser Mario, der wird später Maler). Carlo wird Ingenieur, bastelt schon mit 20 einen Motor in ein Fahrrad, wird zum einigermassen erfolgreichen Motorradrennfahrer, wechselt 1901 zu Fiat, 1903 zu Isotta-Fraschini. Dort bringt er auch seinen hochbegabten Bruder Alfieri unter. Isotta-Fraschini, eine der edelsten Automarken der Vorkriegszeit, schickt Alfieri nach Buenos Aires, damit er dort das Südamerikageschäft aufbaut. Doch nach zwei Jahren hat er genug, will zurück in die Emilia-Romagna, zu seiner Brüdern und der anständigen Pasta. Und gründet in Bologna am 1.12.1914 die Società Anonima Officine Alfieri Maserati zusammen mit seinen Brüdern Ettore und Ernesto. Und nein, Carlo und Bindo waren nicht von Anfang an dabei, wie das sonst überall zu lesen ist.
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