Ganz am Ende
Die Geschichte von Packard ist ja allein schon kompliziert genug (nachzulesen auf unserer noch existierenden «alten» Seite, hier), doch die Clipper sind noch einmal spezieller. Es begann schon einmal gar nicht gut: Die erste Generation kam im April 1941 auf den Markt, kein günstiger Zeitpunkt, denn schon kein Jahr später war auch Packard in der (aktuell wieder so tragisch-modischen) Kriegswirtschaft. 1946/47 liefen die gleichen Fahrzeuge mit gleichem Namen wieder vom Band, doch das scherte dann kaum mehr jemanden. Für den Modelljahrgang 1948 gab es dann ein Facelift, das den Übernamen «schwangerer Elefant» erhielt; man kann sich gut vorstellen, wie sich das auf die Verkaufszahlen auswirkte. Ab 1953 gab es dann endlich einen neuen Clipper, der auch ganz ansehnlich war, doch da lief wieder so einiges schief, der damalige Packard-Chef James J. Nance wollte ihn als eigene Marke positionieren, was die Händler gar nicht goutierten. 1955 kam Packard in die Studebaker-Packard Corporation, nun konnte Nance seinen Clipper-Plan durchziehen, bloss interessierte das niemanden (mehr). Ein Jahr später war Packard endgültig am Ende, für den Modelljahrgang 1957 wurden noch einige weniger Packard Clipper in der Studebaker-Fabrik in South Bend, Indiana montiert, so auch dieser Country Sedan, von dem noch 869 Stück entstanden.

















Es war aber schon ein sehr cooler Kombinationskraftwagen. Er sieht hier auf den Bildern zwar einigermassen kompakt aus, ist aber stolze 5,20 Meter lang, verfügt über einen Radstand von 2,96 Metern, ist etwas über 1600 Kilo schwer. Unter der Haube ist es dann spannend, angetrieben wird dieser Country Sedan von bekannten Studebaker-4,7-Liter-V8, der es mit einem McCulloch-Kompressor auf doch beachtliche 275 PS brachte. Geschaltet wurde selbstverständlich automatisch, es gab eine Flight-O-Matic. Viele dieser Packard Clipper Country Sedan haben nicht überlebt, es gab da anscheinend einige Qualitätsprobleme – die noch existierenden Exemplare dürften aber diese Kinderkrankheiten überwunden haben. Das Exemplar oben wurde kürzlich von Broad Arrow für 42’000 Dollar versteigert.






Mehr spannende US-Cars haben wir im Archiv (was derzeit noch gar nicht stimmt, aber bald besser werden wird).