Nur auf Einladung
Man darf sich das wohl in etwa so vorstellen: Der damalige Ferrari-Chef Luca di Montezemolo hatte seine Sekretärin um eine Liste mit den 349 wichtigsten Kunden des Hauses gebeten. Dann liess er sich der Reihe nach mit diesen Damen ud Herren verbinden, man plauderte ein bisschen über das Wetter, das Golf-Handicap und seine Villen allerorten auf der Welt, allenfalls den Ärger mit dem Gärtner, dann sagte di Montezemolo: «Du, wir bringen da im nächsten Jahr ein neues Auto, ziemlich cool, nur 349 Stück, kostet so knapp…». Wohl bevor er den Preis überhaupt nennen kann, kommt die Antwort von der anderen Seite der Strippe: «Klar, logisch, wohin soll ich das Geld überweisen?» Und so kam es, dass sämtliche 349 Exemplare des Ferrari F50 vergeben waren, bevor die Produktion überhaupt anlief; Michael Schumacher erhielt sein gutes Stück geschenkt.



Auch wenn die Kunden quasi die Katze im Sack kauften, sie brauchten ja keine Angst haben, es war klar, dass Ferrari mit dem Supersportwagen, den sich der italienische Hersteller selber zum Geschenk zum 50. Geburtstag machte, ein feines Gerät auf die Strasse stellen würde. Und so kam es dann auch: Der komplett neue 4,7-Liter-V12-Motor basierte auf der 3,5-Liter-Maschine, die Ferrari seit 1993 in der Formel 1 einsetzte. Das mittig eingebaute Aggregat leistete 520 PS bei 8700/min und wurde manuell über sechs Gänge verwaltet; die Höchstgeschwindigkeit lag bei 325 km/h, den Sprint von 0 auf 100 km/h schaffte der F50 in 3,9 Sekunden. Es gab ein elektronisches Fahrwerk – und Felgen aus Magnesium sowie Radschrauben aus Titan. Technolgisch war der Ferrari ein Meisterwerk – und er geht in die Geschichte ein als der letzte Ferrari für die Strasse, der direkt von der Formel 1 abstammen durfte.






Das Design stammte von Pininfarina, die Karosserie des nur gerade 1,2 Tonnen schweren und mit einer Länge von 4,48 Metern noch recht kompakten Supersportwagen wurde aus kohlestofffaserversträrktem Kunststoff hergestellt; als Besonderheit gab es ein Hardtop, das sich entfernen liess, womit sich der Ferrari dann in einen klassischen Spider verwandelte. Auch offen waren über 300 km/h möglich. Und trotzdem, so richtig begeistert fielen die ersten Kritiken nicht aus, das Design mit dem massiven Spoiler hinten wurde als nicht überzeugend kritisiert, auch in Sachen Fahrleistungen war der Ferrari der Konkurrenz nicht überlegen, nicht einmal seinen Vorgänger, den wilden F40, konnte er entscheidend distanzieren. Dass mehr möglich gewesen wäre, zeigen die drei Stück mit der Bezeichnung F50 GT, die für eine Rennserie gebaut wurden und locker auf 750 PS kamen.



Der Neupreis für den serienmässigen F50 lag damals bei umgerechnet 380’000 Euro. Gebaut wurden die 349 Exemplare 1996/97 – und schon kurz darauf wurden die ersten Exemplare für eine Million Euro gehandelt. Unterdessen hat sich auch dieser Wert vermehrfacht – Tendenz weiterhin steigend (September 2026: 12,105’000 Dollar…). Es hat sich also unbedingt gelohnt, wenn man damals, beim Anruf von Montezemolo, schnell mit «Ja» antwortete. Weil der F50 aber gerade offen viel Fahrspass macht, kommen erstaunlich wenige Exemplare auf dem Markt; im Unterschied zu seinem wilden Vorgänger, dem F40, lässt sich der Spider viel einfacher fahren, man kann sogar cruisen, was die amerikanische Kundschaft sehr schätzt. Andererseits: bei hohen Drehzahlen wird der F50 sehr, sehr laut, es ist ein wildes, metallisches Kreischen, das nicht jedermann als angenehm empfinden dürfte.

Schwarz, also Nero Daytona, waren nur vier Exemplare, genau wie Silber, Argento Nurburgring. Vom dunklen Rot, Rosso Barchetta, gab es dann acht Stück, gelb, Giallo Modena, schaffte es auf immerhin 31 Exemplare. Folglich war Rosso Corsa wie immer dominierend: 302 Stück.
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Chassis-Nummer: ZFFTG46A2S0104798












































Auktion: Rm Sotheby’s, Monterey 2025, verkauft für 9’245’000 Dollar, mit diesen Angaben: «Just 349 production F50s were built; famously one less than the market would accept. While every one is special, some are more special than others—the example offered here being especially so, and on multiple fronts. Of the 349 F50s, only 55 were to US specification, and of those only two were finished in Giallo Modena—this being one of that fortunate pair, accented with Nero interior. As one might expect from such a significant example, it was ordered by none other than Ralph Lauren, a name that scarcely requires introduction in the automotive space for his incredible collection of significant sports cars, always considered among the world’s finest and most valuable. It is very rare that Mr. Lauren has parted with a car once acquired, making the opportunity to purchase a vehicle with his provenance quite a rarity. Nonetheless, Mr. Lauren retained the F50 until May of 2003, at which point it was made available for sale through Paul Russell & Company with 3,300 miles; it appears to have been sold into the hands of a dealer in Florida. In the winter of 2003 the car, with 3,400 miles, was acquired via Ferrari of Washington in Sterling, Virginia, by the current owners. Husband and wife who both enjoyed Ferraris, the couple became avid tifosi in their retirement, eventually each racing their own Challenge model and developing quite a competitive instinct! The F50 was one of the centerpieces of the couple’s collection, but they had bought it for the love of it, not to flaunt, and as both valued privacy, it seldom ventured out into the world. Early in their ownership it was taken to a couple of events, including being driven for demonstration laps at Watkins Glen, and used as the poster car for the Burn Prevention Foundation Concours in 2005, as well as display at the Cavallino Classic in 2009. It is believed to have not been shown publicly since that year at the Celebration Exotic Car Festival in Central Florida. Befitting its owners’ meticulous care and feeding of their collection, the car is offered with fewer than 5,400 miles at the time of cataloguing, and has just received a fresh service by Ferrari of Central Florida at the end of 2024, including replacement of the fuel bladder, tires, and brake components. This is documented in a reassuring file of invoices, which includes numerous services undertaken over the last two decades, including rectification of “sticky buttons” in 2014. This F50 was Ferrari Classiche Certified in 2009, confirming that all components remained original and exactly as they should be in such a well-preserved, much-loved example. In December of 2024, the F50 had its Ferrari Classiche Certification reviewed and renewed, with a new Red Book in process which will be mailed to the buyer once received (there is no timeline on when to expect this). Included with the car is the tool kit, fitted luggage, and removable hardtop in the proper factory issued flight case. An original owner’s manual accompanies along with a “duplicato” warranty book from Ferrari.»
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Chassis-Nummer: ZFFTA46B000105193

Auktion: RM Sotheby’s, London 2008, verkauft für 319’000 Pfund…
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Da kennen wir leider die Chassis-Nummer nicht, aber dieser schwarze F50 wurde 2002 für 528’000 Dollar verkauft:

Mehr Ferrari gibt es immer in unserem Archiv. Und ja, es gibt Ferrari, die uns deutlich mehr begeistern.